Krankenkasse zahlt Gehbehinderten nur Taxi zum nächstgelegenen Arzt

Bundessozialgericht (Az: B 1 KR 27/14 R)
Siegfried Sielmann ist schwer gehbehindert. Aus verschiedenen Gründen lehnt er es ab, die nächstgelegenen Arztpraxen zu besuchen. Der nächste Lungenarzt beispielsweise spreche einen unverständlichen Dialekt, begründet er. Der Allgemeinmediziner im Ort habe von sich aus keine Hausbesuche angeboten und der Augenarzt verfüge nicht über moderne Laser-Geräte. Seine Krankenkasse lehnt es aber ab, die Taxi-Kosten zu weiter entfernten Praxen zu bezahlen. Sie zahlt nur das Geld bis zur jeweils nächstgelegenen Praxis. Die Mehrkosten solle Herr Sielmann selbst tragen. Das Bundessozialgericht bestätigte nun diese Vorgehensweise:
Fahrtkosten zu einer weit entfernten Praxis muss die Krankenkasse nur dann übernehmen, wenn es hierfür zwingende Gründe gibt. Dies können Untersuchungen sein, die der nächstgelegene Arzt nicht vornehmen kann oder auch ein zerstörtes Vertrauensverhältnis zum Arzt – etwa wegen früherer Behandlungsfehler. Solche Gründe haben hier aber nicht vorgelegen.
Die zusätzlichen Kosten muss Herr Sielmann also aus eigener Tasche zahlen.